Auslandssachverhalte gehören längst zum Alltag der Steuerberatung. Mandanten investieren im Ausland, nehmen grenzüberschreitende Beschäftigungen auf, gründen Gesellschaften ohne inländischen Firmensitz oder erwägen einen Wegzug. Mit zunehmender Mobilität und Digitalisierung entstehen viele internationale Bezüge heute oft beiläufig – und genau darin liegt das Risiko.
Warum dieses Seminar?
Auch wenn das Internationale Steuerrecht nicht zum Schwerpunkt Ihrer Kanzlei zählt, müssen Sie handlungsfähig bleiben: Sachverhalte erkennen bzw. frühzeitig einordnen, präventive Maßnahmen ergreifen und eigene Haftungsrisiken im Blick behalten – denn: Internationale Fragestellungen beginnen häufig unspektakulär, entfalten ihre steuerlichen Folgen später aber umso schonungsloser. Das Seminar vermittelt die zentralen ertragsteuerlichen Berührungspunkte, ordnet typische Mandantenfragen ein und zeigt, an welchen Stellen besondere Vorsicht geboten ist – und wann spezialisierte Beratung erforderlich wird.
Wer sollte dieses Seminar besuchen?
Dieses Seminar richtet sich an Steuerberaterinnen und Steuerberater, die regelmäßig oder gelegentlich mit Auslandssachverhalten konfrontiert sind, ohne im internationalen Steuerrecht spezialisiert zu sein.
Themenschwerpunkte:
International – und jetzt? Grundlagen für die tägliche Praxis
- Kompakter Überblick zum Internationalen Steuerrecht
- Doppelbesteuerungsabkommen: Behandlung der wichtigsten Einkunftsarten
- Zentrale Treaty Overrides und ihre praktische Bedeutung
Unbeschränkte oder beschränkte Steuerpflicht?
- Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt: Praxisfälle und Abgrenzungen
- „Legendärer 183‑Tage‑Mythos“: Was stimmt und was ist erfunden?
Basics der Wegzugs‑ und Entstrickungsberatung
- Wegzugs‑ und Entstrickungstatbestände im Überblick
- Erweiterte beschränkte Steuerpflicht
- Empfehlungen zur steuerlichen „Erstversorgung“ bei Wegzugsüberlegungen
Auslandsaktivitäten der Geschäftsleitung
- Ort der geschäftlichen Oberleitung
- Auslandsbetriebstätten
- Praxisfälle und Risikokonstellationen
„Den Sitz auf Zypern bitte“ – Auslandsgesellschaften richtig einordnen
- Sinn und Unsinn von Auslandsgesellschaften
- Anerkennungsvoraussetzungen (Ort der Geschäftsleitung, Basisgesellschaften, Hinzurechnungsbesteuerung)
Arbeiten über die Grenze
- Grundlagen der Besteuerung grenzüberschreitend tätiger Arbeitnehmer
- Praktische Hinweise zur Vermeidung von Doppelbesteuerung
Informationsaustausch & Fristen
- Internationaler Informationsaustausch: Inhaltliche und geographische Reichweite
- Was weiß das Finanzamt?
- Haftungsrisiken durch Unkenntnis
- Wichtigste Fristen bei grenzüberschreitenden Sachverhalten
Ihre Mehrwerte auf einen Blick
- Sicherheit im Umgang mit internationalen Sachverhalten
- Klarer Überblick statt Überforderung am steuerlichen Hochreck
- Belastbare Entscheidungsgrundlagen für die tägliche Beratungspraxis
- Frühzeitiges Erkennen typischer Risiko-Konstellationen und Haftungsfallen
Über den Referenten
Dr. Eugen Mehlhaf ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht und Steuerberater sowie Partner bei Streck Mack Schwedhelm. Seine Beratungsschwerpunkte liegen im nationalen und internationalen Ertragsteuerrecht sowie in der streitigen Auseinandersetzung mit der Finanzverwaltung. Er publiziert regelmäßig zu Fragen des nationalen und internationalen Steuerrechts und ist als Lehrbeauftragter sowie Dozent tätig. Darüber hinaus war Dr. Mehlhaf Berichterstatter der deutschen Landesgruppe der International Fiscal Association (IFA) beim IFA‑Weltkongress 2025 und ist damit eng in die fachliche Diskussion und Weiterentwicklung des internationalen Steuerrechts eingebunden.