Lehrgang für Mitarbeitende, die Künstliche Intelligenz sicher einsetzen und nicht nur darüber sprechen wollen 
Die Arbeit in der Steuerkanzlei ist im Wandel. Neben konkreten einzelnen Arbeitsschritten ändern sich auch Rollen, Verantwortlichkeiten – häufig schlicht die gesamte Kanzlei-Architektur. Insbesondere ausgebildete und erfahrene Steuerfachkräfte, denen eine große Wertschätzung entgegengebracht wird, benötigen vielerorts neue Orientierung. Der dreitägige Zertifizierungs-Lehrgang verbindet die Vorbereitung auf das assistierte Buchen mit dem praktischen Einsatz von KI-Lösungen sowie der notwendigen rechtlichen Absicherung. 
 
Warum Kanzleimitarbeitende und Steuerfachkräfte diesen Lehrgang besuchen sollten 
Digitale Belegflüsse, assistiertes Buchen und KI verändern die tägliche Arbeit in der Kanzlei. Dieser Lehrgang bietet Mitarbeitenden eine erstklassige Gelegenheit, den Blick neu zu schärfen und zu lernen, wie sie Kanzlei-Prozesse zukunftsfähig mitgestalten bzw. auch KI-Anwendungen sinnvoll in die Arbeitsabläufe integrieren können. Außerdem erfahren sie, wie man Warnsignale früh erkennt und die eigenen Verantwortungsgrenzen nicht aus den Augen verliert. So gewinnen Steuerfachkräfte Orientierung, praktische Anwendungskompetenz und rechtliche Handlungssicherheit für den digitalen Kanzleialltag. 
 

Lehrgangsinhalte 
 
Modul 1: 
Referentin: Verena Nierhoff 

Die FiBu für das assistierte Buchen fit machen 
Zukünftige Auftragsbearbeitung in der FiBu: Entwicklung eines Zielbilds 
Wie unterstützt KI bereits heute die Arbeit im Buchführungsprogramm? 
Als Vorbereitung auf ein assistiertes Buchen: Bestehende Bearbeitungsweisen konsequent neu denken 
Vorbereitung meiner Aufträge für die Bearbeitung der Zukunft: Heutige Prozesse und Belegflüsse beim Mandanten analysieren 
Ausblick: E-Rechnungs-Plattform verstehen und bereits heute die richtigen Weichen für das assistierte Buchen stellen 
 

Modul 2: 
Referent: Johannes Franz 

KI in der FiBu: Wo sie heute schon arbeitet und wie Sie sie gezielt einsetzen 
KI arbeitet in der Finanzbuchhaltung längst nicht mehr nur im Chatfenster: Sie steckt in der Kanzleisoftware, in Spezial-Tools für Belege und vorbereitende Buchhaltung und zunehmend in der Software der Mandanten. Das Modul ordnet diese Lösungen entlang des Belegflusses vom Mandanten bis in die Kanzlei, grenzt KI von Digitalisierung und Automatisierung ab und zeigt, warum Schnittstellen und E-Rechnung oft mehr bewirken als KI. Danach geht es um allgemeine KI-Systeme: wie Fachkräfte damit Sonderfälle ohne passende Software lösen, Auswertungen wie die BWA analysieren und wiederkehrende Aufgaben in verlässliche Routinen überführen. 
  • KI, Digitalisierung, Automatisierung: Was die Begriffe unterscheidet und warum das für die Wahl des Werkzeugs zählt 
  • Woran die Produktivität in der FiBu hängt: Buchungssätze pro Stunde, Schnittstellen und die E-Rechnung als Datensatz 
  • Die KI-Landkarte der FiBu: Wo KI im Buchhaltungsprozess heute arbeitet, vom Mandanten bis zur Kanzlei, mit Live-Beispielen aus Spezial-Tools wie Tabula und Finmatics 
  • KI in der Mandantensoftware: Was Mandanten angeboten wird und was das für die Zusammenarbeit mit der Kanzlei bedeutet 
  • Allgemeine KI-Systeme im FiBu-Alltag: Sonderfälle lösen, Dateien in Buchungsformate konvertieren, BWA und andere Auswertungen analysieren 
  • Vom Prompt zur Routine: Mit Skills, Agenten und Schnittstellen wie MCP wiederkehrende Aufgaben abbilden, z. B. auf einer KI-Plattform mit DATEV-Anbindung 
  • Von der Einzelanwendung zum Team: Wie die Kanzlei den Einsatz einführt und warum frei verfügbare Tools wie ChatGPT eine geklärte Compliance brauchen (Übergang zu Modul 3) 
 

Modul 3: 
Referent: Martin Figatowski 

Rechtssicher durch die digitale Kanzlei: Was Mitarbeitende dürfen, prüfen und melden müssen 
Modul 2 zeigt, was KI in der FiBu technisch leisten kann. Modul 3 beantwortet die Frage, die sich danach jede Fachkraft stellt: Darf ich das – und was tue ich, wenn mir etwas komisch vorkommt? Anhand derselben Tools und Fälle geht es um die rechtlichen Grenzen im Arbeitsalltag, nicht als abstrakter Vortrag zu Datenschutz oder KI-Recht, sondern an konkreten Situationen. Der Referent bringt dazu seine Erfahrung aus Finanzverwaltung, Steuerfahndung und Steuerstrafrecht ein. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine Ampel-Karte für den Alltag: wann weiterarbeiten, wann nachfragen, wann stoppen. 
  • Mandantendaten in digitalen sowie KI-gestützten Anwendungen richtig handhabenmit KI-Tax-Tools bearbeiten (Tabula u. a.): Was mit dem Anbieter geklärt sein muss und ob neue KI-Funktionen vom bestehenden Vertrag erfasst sind 
  • Mandantendaten in allgemeinen KI-Systemen (ChatGPT, Claude, Copilot): Warum es auf den Bezugsweg ankommt (kostenlose Version, Business-Lizenz, Plattform) und was vor einer BWA-Analyse über eine KI-Plattform mit DATEV-Anbindung geklärt sein muss 
  • Rechtliche Warnsignale bei auffälligen oder, nachträglich veränderten oder KI-erzeugten Belegen erkennen 
  • Problematische Mandantenanweisungen sicher bewerten und Vorgänge nachvollziehbar dokumentieren 
  • Welche (zunächst unscheinbaren) Vorgänge können später bei einer Betriebsprüfung oder Steuerfahndung relevant werden? 
  • Verantwortung und Eskalationswege klären: Wann sollte ich als Mitarbeitende/r beim Mandanten nachfragen? Und wann sollte ich nicht mehr weiterarbeiten, sondern den verantwortlichen Berufsträger hinzuziehen? 
  • Steuerrecht und KIAutomatisierung und KI-Agenten: Wer prüft und verantwortet das Ergebnis, und was muss dokumentiert werden? 
  • Rechtliche LeitplankenRechtliche Leitplanken für den KI-Einsatz: Berufsgeheimnis (§ 203 StGB, § 62a StBerG) und Datenschutz 
  • KI ComplianceKI-Compliance in der Kanzlei: KI-Richtlinie, KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-Verordnung, Verträge mit Anbietern, Datenschutz-Folgenabschätzung und Transparenzpflichten 
 

Kurz und kompakt – Ihre Mehrwerte 
Sie positionieren sich als treibende Kraft für den KI-gestützten Kanzleialltag und stärken nachhaltig Ihre eigene Rolle! 
Gestalten Sie nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs digitale Prozesse aktiv mit, überführen Sie KI-Lösungen in praxistaugliche Routinen und begegnen Sie auch schwierigen Mandanten oder Fällen stets souverän. Werden Sie zur kompetenten Ansprechperson für KI-Prozesse. 
 

Online-Abschlussprüfung 
 
Abschluss und Zertifikat 
Der Lehrgang schließt mit einer Online-Abschlussprüfung ab. Nach erfolgreicher Absolvierung erhalten Sie den Titel „Zertifizierte Fachkraft für KI-Prozesse in der Kanzlei (IFU / ISM gGmbH)“ 
 
Lehrgangsdauer 
Der dreitägige Lehrgang findet jeweils von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr statt. Die Abschlussprüfung findet separat von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr statt. 
 

Über die Referenten 

Verena Nierhoff bringt über zwei Jahrzehnte eigene Kanzleipraxis als Steuerfachangestellte, Steuerfachwirtin und Betriebswirtin mit und verfügt über große Erfahrung in der Digitalisierung mittelständischer Kanzleien. In mehr als 500 Stunden Eins-Zu-Eins-Training am realen Mandantenauftrag hat sie Steuerfachkräfte dabei unterstützt, neue Sicherheit zu gewinnen und digitale Prozesse gezielt, aber auch erfolgreich in den Arbeitsalltag zu übertragen. 

Johannes Franz unterstützt Steuerkanzleien dabei, ihre Produktivität durch Digitalisierung und Automatisierung nachhaltig zu steigern. Durch seine Erfahrung in der Reorganisationsberatung sowie als ehemaliger Leiter IT & Digitalisierung einer mittelständischen Steuerkanzlei weiß er, wie man KI-Lösungen in die Prozesse des Hauses einbinden muss. 

Martin Figatowski ist Rechtsanwalt und LL.M. (Tax) mit langjähriger Erfahrung in der Finanzverwaltung, Steuerfahndung und steuerstrafrechtlicher Beratung. Als zertifizierter Berater im Steuerstrafrecht und, zertifizierter AI Officer und KI-Compliance-Beauftragter verbindet er rechtliche Expertise mit einem klaren Blick auf KI-gestützte Kanzleiprozesse. 
Starttermine & Details
Veranstaltungsort
Datum
Uhrzeit
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Online
über Microsoft Teams
24.05.2027 - 26.05.2027
Prüfung :
09.06.2027
09:00-14:00 Uhr
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Online
über Microsoft Teams
04.10.2027 - 06.10.2027
Prüfung :
20.10.2027
09:00-14:00 Uhr